ALEBA warnt vor Imagepolitik bei ING

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Luxemburg — Die Luxemburgische Vereinigung der Bank- und Versicherungsangestellten (ALEBA) hat die wachsende öffentliche Unruhe über das fortgesetzte Sponsoring des ING Night Marathon durch ING Luxemburg anerkannt und davor gewarnt, dass ein stark positives externes Image bei gleichzeitigen Stellenstreichungen und Leistungskürzungen die Unzufriedenheit innerhalb der Bank und darüber hinaus weiter vertiefen könnte.

Léna PIGNON, Mediensprecherin, ALEBA

In ihrer Antwort auf Fragen von Helvilux betonte ALEBA, dass das Marathon-Sponsoring zwar Teil einer langfristigen Strategie zur Sichtbarkeit und Markenpositionierung sei, seine Fortsetzung jedoch in einen besonders sensiblen Moment falle. Der Rückzug von ING aus dem Massengeschäft mit Privatkunden, kombiniert mit Filialschließungen und Stellenabbau, habe viele Mitarbeitende und Kundinnen und Kunden verunsichert.

„Der ING Night Marathon ist eine symbolträchtige Veranstaltung, und ING Luxemburg ist seit vielen Jahren dessen Sponsor – auch während der Pandemiejahre“, erklärte ALEBA. „Vor dem aktuellen Hintergrund von Filialschließungen und Stellenabbau kann diese Fortsetzung jedoch bei der Öffentlichkeit ebenso wie bei den betroffenen Beschäftigten berechtigterweise Unbehagen auslösen.“

Nach Ansicht der Gewerkschaft ist es nachvollziehbar, dass das Sponsoring von manchen als Widerspruch – oder sogar als Versuch der Imageaufbesserung – wahrgenommen wird, während die sozialen Folgen der strategischen Entscheidungen der Bank weiterhin deutlich spürbar sind.

Sponsoring versus Managemententscheidungen

ALEBA hob hervor, wie wichtig es sei, zwischen Sponsoring- und Kommunikationsentscheidungen einerseits und Managemententscheidungen andererseits zu unterscheiden. Zugleich räumte die Gewerkschaft ein, dass ihr gleichzeitiges Auftreten im aktuellen Kontext berechtigte Fragen aufwerfe.

„Auch wenn diese Entscheidungen unterschiedlicher Natur sind, verdient ihr Zusammentreffen besondere Aufmerksamkeit“, erklärte ALEBA und verwies auf das Reputationsrisiko, das entsteht, wenn ein sehr positives externes Bild vermittelt wird, während das interne Vertrauen schwindet.

Unzufriedenheit der Mitarbeitenden und empfundenes Ungerechtigkeitsgefühl

Die Gewerkschaft wies zudem auf ein wachsendes Gefühl der Ungerechtigkeit unter den Beschäftigten hin. Während erhebliche Mittel für das Sponsoring großer öffentlicher Veranstaltungen aufgewendet würden, hätten die Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren eine schrittweise Kürzung oder Infragestellung verschiedener Vorteile erlebt, darunter Boni, Vorzugskonditionen für Konten oder Hypothekendarlehen.

„Diese Situation sorgt verständlicherweise für Unzufriedenheit innerhalb des Unternehmens“, so ALEBA, und unterstrich die Notwendigkeit transparenter Kommunikation sowie einer klaren Neubewertung der Prioritäten zwischen externer Sichtbarkeit und interner Wertschätzung der Mitarbeitenden.

In diesem Zusammenhang betonte ALEBA die Bedeutung des ausgehandelten Sozialplans und bezeichnete ihn als entscheidenden Schutzmechanismus für die betroffenen Beschäftigten.

„Es darf nicht vergessen werden, dass die Auswirkungen auf die Menschen ohne einen ausgehandelten Sozialplan wesentlich gravierender gewesen wären“, erklärte die Gewerkschaft. „Auch wenn er die Schwierigkeiten nicht beseitigt, bietet er einen wesentlichen Schutz für die Betroffenen.“

Unternehmensverantwortung unter besonderer Beobachtung

Im Hinblick auf die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen erkannte ALEBA an, dass das Sponsoring von Sport- und Volksveranstaltungen einen wichtigen Beitrag zum sozialen und gemeinschaftlichen Leben in Luxemburg leisten kann. Zugleich warnte sie jedoch davor, soziale Verantwortung auf äußere Wahrnehmung zu reduzieren.

„Sie bemisst sich in erster Linie an der Qualität des sozialen Dialogs und an der Art und Weise, wie Mitarbeitende behandelt werden – insbesondere in Zeiten tiefgreifender Veränderungen“, erklärte ALEBA. „Wenn sich das interne Image eines Arbeitgebers verschlechtert, kann ein sehr positives externes Image als unangebracht empfunden werden.“

Die Gewerkschaft forderte daher ein besseres Gleichgewicht zwischen internem Wohlbefinden und externer Kommunikation und betonte, dass echte soziale Verantwortung eine Kohärenz zwischen beiden erfordere.

Breitere Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft

Abschließend verwies ALEBA auf die umfassenderen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der strategischen Neuausrichtung von ING, die sie als Fokussierung auf Aktivitäten mit höherer Profitabilität auf Konzernebene beschrieb – obwohl die aufgegebenen Geschäftsbereiche operativ solide und profitabel gewesen seien.

„Diese Logik, die als Priorisierung finanzieller Kennzahlen wahrgenommen wird, hat erhebliche soziale Folgen für Mitarbeitende und Kundschaft und in einem weiteren Sinne auch für die lokale Wirtschaft“, warnte die Gewerkschaft.

ALEBA bekräftigte zum Schluss ihr Engagement für sozialen Dialog und verantwortungsvolle Restrukturierung und betonte, dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit langfristig nicht auf Kosten des sozialen Zusammenhalts gehen dürfe.

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